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Ortsgeschichte

Obernbreit - Dorfschmiede mit Rathausplatz
Obernbreit - Dorfschmiede mit Rathausplatz

Die lange und wechselvolle Geschichte des Marktes Obernbreit beginnt mit den Siedlungen aus der Bandkeramikerzeit (5000 v. Chr.) und der Hallstattzeit (500 v. Chr.).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf Obernbreiter Gemarkung am Ostrand des Flurstückes "Schlossgraben" eine erste Siedlung aus der Jungsteinzeit, der Zeit der Bandkeramiker (5300 - 5100 v. Chr.), nachgewiesen. Grabungen im Jahr 1961 bestätigten eine Siedlung aus der späten Hallstattzeit (450 - 50 v. Chr.), ostwärts der ehemaligen Gemeindemühle im Ickbachtal gelegen.

Eine durchgehende Besiedlung seit der Steinzeit ist jedoch für die Markung Obernbreit nicht nachzuweisen.

Der Ort verdankt seinen Namen dem Übergang der Handelsstraße Würzburg - Ochsenfurt - Nürnberg über den Breitbach (broite-brod = slaw. Furt).

Im Jahre 1258 wurde Obernbreit als Lehenbesitz der Grafen von Castell erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 40 Jahre später kam es zu den Herren von Hohenlohe.

1448 erwarb der Markgraf von Ansbach die sechs Maindörfer Obernbreit, Martinsheim, Gnodstadt, Oberickelsheim, Marktsteft und Sickershausen.

Im 16. Jahrhundert teilten sich das Domstift zu Würzburg, die Herren von Seinsheim, von Seckendorf und von Wallenfels-Lichtenstein, die Schwarzenberger und die Markgrafen von Ansbach die Dorfherrschaft für Obernbreit. Die markgräflichen Oberschultheißen zu Creglingen und zu Obernbreit (1607 - 1730) übten die Halsgerichtsbarkeit über die sechs Maindörfer aus.

Von der Macht und dem Reichtum der drei »großen« Dorfherrn zeugen noch heute das stattliche Renaissance-Rathaus (1610) sowie die prächtigen Amtshäuser des Domstifts, der Schwarzenberger und der Markgrafen von Ansbach. Sie waren der Sitz der Schultheiße, von der jeweiligen Herrschaft als Gerichtsherren und Verwalter ihres Besitzes eingesetzt waren. Bei den Ratssitzungen zu Obernbreit führten sie gemeinsam den Vorsitz.

Das Rathaus wurde 1610 unter Mitwirkung des Steinmetzes und Baumeisters Hans Kesenbrod aus Segnitz errichtet. Für die von verschiedenen Heimatforschern beschriebene Jakobskirche als Vorgängerbau des heutigen Rathauses, lassen sich weder archäologische Hinweise, noch urkundliche Quellen finden. Die Grabungen im Jahr 2003 im Fundament des Rathauses ergaben lediglich den Nachweis für einen massiven, herrschaftlichen Steinbau aus der Zeit der Gotik, von dem auch Spitzbogengewände in der nördlichen und südlichen Rathauswand künden.

Nach dem Umbau und der Sanierung des Rathauses (2006) sind hier nun das Bürgermeisterbüro, ein Informationszentrum, der Sitzungssaal und die Gemeindebücherei untergebracht. Der große Bürgersaal bietet Platz für gesellige und kulturelle Veranstaltungen.

Die 1731 - 1733 errichtete, barocke St. Burkardkirche (ev.) überragt ein 38 m hoher Turm mit Kuppel und Laterne. Die Dorfkirche prägt die Silhouette des Marktes Obernbreit und birgt in ihrem Innern sehenswerte Kunstwerke, u.a. eine Bonifatiusskulptur (ca. 1500), den Hochaltar (1662), die Moseskanzel (1696) und den Taufstein (1635).

Idyllisch im Steinbachtal, inmitten des Friedhofes, 300m südlich des Dorfes, liegt die erstmals 1301 urkundlich erwähnte Hl. Kreuzkapelle mit sehenswerten Epitaphien aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die Marienkirche (kath.), ein moderner Bau des Würzburger Diözesanbaumeisters Hans Schädel mit einem Kreuzweg von Karl Clobes, ist ein gelungenes, sehenswertes Beispiel des Kirchenbaus nach dem 2. Weltkrieg.

Die Obernbreiter Judengemeinde errichtete zur Mitte des 18. Jahrhunderts eine Synagoge mit Mikwe (Ritualbad), die bis 1911 benutzt wurde. Seit 2005 wurden Synagoge und Mikwe zu einem „Ort des Erinnerns und der Begegnung“ umgestaltet und können nach Absprache besichtigt werden.

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